Energiesparen beim Hausbau: Wärmeschutzfenster ja oder nein?

Energiesparen beim Hausbau: Wärmeschutzfenster ja oder nein?

Die Energiebilanz eines neu zu bauenden Hauses spielt aus der Sicht des Gesetzgebers beziehungsweise der EnEV eine wichtige Rolle. Aber auch architektonische Belange sollten berücksichtigt werden, darum stellt sich für den Bauherren die Frage, Energiesparen beim Hausbau: Wärmeschutzfenster ja oder nein?

Was besagt die EnEV zu Fenstern?

Grundsätzlich befasst sich der Inhalt der Energieeinsparverordnung (EnEV) nicht mit Details wie Wärmeschutzfenstern, Heizanlagen oder Isolationen. In der im Jahr 2002 in Kraft getretenen EnEV wurden die beiden vorher bestehenden Verordnungen zu Heizungsanlagen und dem Wärmeschutz zusammengeführt. In der EnEV sind nun zum einen der Jahresprimärenergiebedarf und zum anderen der Transmissionswärmeverlust eines Neubaus ausschlaggebend. Dazu werden Referenzwerte von Bauten herangezogen, die in Geometrie und Abmessung dem jeweiligen Neubau entsprechen.
Das hört sich eigentlich einfach an, in der Realität jedoch umfasst die EnEV mehrere hundert Seiten mit Normen zu Regeln der Technik, denn die Bewertungsmethoden der vorhergehenden Verordnungen wurden zumindest teilweise in das Regelwerk der EnEV übernommen. Da die erste Wärmeschutzverordnung bereits 1977 erlassen wurde, ist der Gesamtumfang heute entsprechend stark.

Was sind Wärmeschutzfenster?

Theoretisch könnte der Bauherr oder die Bauherrin zu einem Fensterbetrieb gehen und für den Neubau Fenster bestellen, die jeweils nur ein Glas besitzen. So wie es noch zur ersten Hälfte des vorhergehenden Jahrhunderts üblich war. Der dadurch entstehende Wärmeverlust könnte durch eine überdimensionierte Heizanlage ausgeglichen werden. Das macht aber wirklich keinen Sinn. Heute sind einglasige Fenster eigentlich Sonderanfertigungen, die mindestens so teuer wie Wärme dämmende Fenster sind, denn die Industrie hat sich schon seit Jahrzehnten auf die Herstellung von Fenstern mit mindesten zwei oder mehr Scheiben eingestellt und bietet dazu eine Vielzahl von Normgrößen an. Auch Rahmen, ausgeführt in Kunststoff, Holz oder Aluminium, werden als Normprodukte angeboten. Dabei hat sich der Wärmedurchgangskoeffizient der Fenster im Laufe der Jahrzehnte immer weiter gesenkt. Lag dieser in den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhundert noch bei etwa 3,0 W/m2K, so liegt er heute bei Zweifach-Wärmeschutzgläsern bei 0,9 und bei Dreifachverglasungen bei 0,5. Dies alles spricht natürlich für die Verwendung von Wärmeschutzfenstern gerade bei Neubauten. Einen Nachteil besitzen Wärmeschutzfenster jedoch. Die Lichtdurchlässigkeit verringert sich mit jeder Glasscheibe. Werden dazu noch spezielle Isolierfolien aufgezogen, kann sich die Lichtdurchlässigkeit um über 20 % verringern. Dazu kommen entsprechend breite Fensterrahmen, die noch einmal die eigentliche Fensterfläche reduzieren. Ausgeglichen wird dies heute überwiegend durch entsprechend größere Fenster.

Können alte Fenster nachträglich isoliert werden?

Ja, das ist möglich, allerdings werden etwa einglasige Fensterscheiben mit den zurzeit angebotenen Mitteln niemals auf den Wärmewert eines modernen Wärmeschutzfensters kommen. Aber etwa in denkmalgeschützten Gebäuden, die von der EnEV ausgenommen werden können, bilden Mittel wie etwa eine spezielle Fensterfolie zur Wärmeisolierung die Möglichkeit, die Fenster besser gegen Wärmeverlust zu schützen, ohne die originale Bausubstanz anzugreifen oder zu verändern. Nähere Informationen zum Thema Wärmeschutzfenster und Energiesparhäuser finden Sie auf HausXXL.

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